Die Pflegeversicherung  (SGB XI)

Leistungen nach dem 11. Pflegeversicherungsgesetz

Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung (soziale Pflegeversicherung und private Pflegepflichtversicherung) werden grundsätzlich nur auf Antrag und frühestens ab Antragstellung gewährt. Daher ist es wichtig, sich unverzüglich bei einem Eintritt von Pflegebedürftigkeit mit der Pflegekasse bzw. dem Träger der privaten Pflegepflichtversicherung in Verbindung zu setzen. 

Für eine Festlegung auf bestimmte Leistungen kann zunächst die erforderliche Feststellung der Pflegebedürftigkeit und auch der Pflegegrade abgewartet werden. Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind in der Regel auf festgelegte Beträge begrenzt, die sich in den 5 Pflegegraden wiederspiegeln.

Der Leistungsanspruch aus der sozialen Pflegeversicherung ergibt sich aus dem 11. Sozialgesetzbuch (SGB XI). In der privaten Pflegepflichtversicherung wurden die Leistungen gemäß dem SGB in die Allgemeinen Versicherungsbedingungen und Tarifbedingungen für die private Pflegepflichtversicherung übernommen. Die auf dieser Webseite genannten Erstattungsbeträge werden bei Beihilfeempfängern auf den tariflichen Prozentsatz gekürzt.


Die Pflegeversicherung ist in 5 Pflegegrade aufgeteilt:

                                       Geldleistung            Sachleistung

Pflegegrad 1                     - *                               - *                  

Pflegegrad 2                     316 Euro *                    689 Euro *  

Pflegegrad 3                     545 Euro *                 1.298 Euro *  

Pflegegrad 4                     728 Euro *                 1.612 Euro *  

Pflegegrad 5                     901 Euro *                 1.995 Euro *  

* zuzüglich Entlastungsbetrag (nach §45b) bis max. 125 Euro monatlich sowie Verhinderungspflege in Höhe von 1.612 Euro (Bei diesen beiden Beträgen handelt es sich um eine sogenannte „Erstattungsleistung", d.h. die Leistungen werden dem Versicherten privat in Rechnung gestellt, der sich dann diese Leistungen, bis zur jeweiligen Höchstgrenze, von seiner Pflegeversicherung erstatten lassen kann.)

Außerdem kann bis zu 50% des Leistungsbetrags für Kurzzeitpflege (das sind bis zu 806 Euro) zusätzlich für Verhinderungspflege genutzt werden.


Häusliche Pflege durch einen zugelassenen Pflegedienst

Bei der häuslichen Pflege werden die Aufwendungen für die Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung durch eine häusliche professionelle Pflegehilfe, meist angestellt bei einem Pflegedienst, je nach Pflegegrad bis zum jeweiligen Sachleistungshöchstbetrag ersetzt. Die Aufwendungen werden je Kalendermonat erstattet.


Pflegegeld

Anstelle der Kostenerstattung für die häuslichen Pflege durch eine Pflegefachkraft kann ein Pflegegeld beantragt werden. Das Pflegegeld ist eine Geldleistung der Pflegeversicherung bei selbst sichergestellter häuslicher Pflege, zum Beispiel innerhalb der Familie. Über die Verwendung des Pflegegeldes brauchen Pflegebedürftige keine Nachweise zu führen. Sie können selbst frei entscheiden, ob das Pflegegeld an pflegende Angehörige, andere ehrenamtliche oder erwerbsmäßige Pflegepersonen weitergegeben wird. Das Pflegegeld wird je Kalendermonat gezahlt.


Beratungseinsatz gemäß §37 SGB XI

Die Beratungseinsätze sind durch den Gesetzgeber eingerichtet worden und können durch jeden zugelassenen Pflegedienst erfolgen. Hier sieht die Pflegeversicherung folgende Regelungen vor:

Pflegegrad 1:               23 Euro    optional halbjährlich

Pflegegrad 2 und 3:     23 Euro    verpflichtend halbjährlich

Pflegegrad 4 und 5:     33 Euro    verpflichtend vierteljährlich

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